nichtswieweg... vier Abenteurer unterwegs

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Gefahrene Route
Belize & Guatemala
Reisebericht vom 19.02.2016 bis 15.03.2016, Belize & Guatemala
Highlights Belize: Orange Walk, Ruinen von Lamanai, Bermudian Landing, Shane‘s Baboon Camp, Belize Zoo, Placencia Caye
Highlights Guatemala: Ruinen von Yaxha, Ruinen von Tikal, Finca Ixobel, Rio Dulce, Bootsfahrt nach Livingstone, Finca el Paraiso, Cascadas Aguas Calientes, Semuc Champey, Chichicastenango, Zunil, Lago de Atitlán, Antigua, Cabaña Suiza (Guatemala-City)

Menschen, Tiere, Ruinen und Textilien in allen Farben, kontrastreicher hätte unsere Fahrt durch Belize und Guatemala nicht sein können. Zwei Länder, die eine perfekte Kombination zueinander bieten und sich in Bezug auf Gastfreundschaft in nichts nachstehen.

Einreise nach Belize

Ohne Probleme reisen wir in das zweitkleinste und jüngste Land Mittelamerikas ein, von dem wir eigentlich gar nicht viel wissen, ausser, dass hier Englisch die Amtssprache ist, die Menschen vorwiegend schwarze Hautfarbe haben und dass dieses kleine Land extrem teuer sein soll. Nur wenige Reisende haben wir getroffen, welche von diesem Land positiv berichtet haben, umso gespannter sind wir, was uns denn in Belize erwarten würde.

Schon am Zoll werden wir jedoch sehr freundlich empfangen und die gefürchtete Lebensmittelkontrolle, von der wir schon ein paar Male gehört haben, bleibt vollkommen aus. Ganz im Gegenteil - hier interessiert man sich viel mehr für unseren Duro und seine Watttiefe bei Wasserdurchfahrten. Nachdem diese Details geklärt sind, müssen wir noch eine Haftpflichtversicherung abschliessen und nach gut 1,5 Stunden sind wir bereits wieder „on the road“.

Rasante Bootsfahrt zu den Ruinen von Lamanai (Belize)

Unser erstes Ziel in Belize ist das „Lamanai River Retreat“ in Orange Walk. Hier kann man in schöner Kulisse direkt am Fluss campen, den Krokodilen beim „sünnele“ zuschauen und auch eine Bootstour zu der tief im Urwald liegenden Maya-Ruine Lamanai unternehmen. Zu dieser Stätte führt ebenfalls eine Piste, aber für einmal wählen wir den Wasserweg und buchen somit eine organisierte Tour für den nächsten Tag.

Pünktlich auf die Minute werden wir von unserem Guide „Ignacio“ an unserem Privatsteg abgeholt, mit dabei eine kunterbunt zusammengewürfelte Gruppe aus aller Herrenländer. Wir geniessen die rasante Bootsfahrt auf dem „New River“ und die Abkühlung, denn an der Sonne ist die Hitze kaum auszuhalten. Immer wieder legen wir kurze Stopps zur Tierbeobachtung ein und bekommen so auch erstmals einen Spider-Monkey (Kletteraffen) nahe vor die Linse. Aber auch Krokodile, kleine Schildkröten und viele verschiedene Vogelarten lassen sich von uns nicht aus der Ruhe bringen.

Nach knapp zwei Stunden erreichen wir dann die Hauptattraktion, die Maya-Stätte Lamanai. Das Besondere an Lamanai ist seine Lage direkt am Wasser (New River Lagoon) was somit auch der Grund war, dass diese Maya-Stätte die einzige war, welche 900 Jahre am Stück bewohnt war. Aber als dann doch eine mehrjährige Dürreperiode folgte, musste die Stadt aufgegeben werden. Heute wird die Ruine vor allem von den lauten Brüllaffen und den unzähligen Leguanen bewohnt. Wir haben riesiges Glück und bekommen ein paar Brüllaffen hautnah zu sehen, denn normalerweise turnen sie hoch in den Baumkronen herum und man kann nur ihrem lauten Geschrei folgen. Besonders angetan sind wir von einer Mutter mit ihrem Kleinen, die sich von uns beim Fotografieren überhaupt nicht stören lässt. So war dann auch unser Highlight und der heimliche Star unserer Tour diese kleine Brüllaffenfamilie. Nach 7 Stunden trudeln wir dann wieder bei unserem Campingplatz ein und freuen uns sehr, als wir „Hägar“, das Fahrzeug von Claudia und David sehen. Die sympathischen Ostschweizer haben wir in Chetumal (Mexiko) kennengelernt und da es sofort zwischen uns Vier „gefunkt“ hat, ist die Wiedersehensfreude natürlich umso grösser.

Hangover in Orange Walk (Belize)

Was passiert - wenn Schweizer aufeinander treffen? Natürlich - es gibt ein Käsefondue und auch wenn wir uns Mitten in den Tropen befinden und die Schweissperlen nur so herunter tropfen, das spielt doch keine Rolle. So verbringen wir zusammen einen gemütlichen Abend, schwatzen bis in die Morgenstunden und stossen auf Belize mit einer Flasche Rum an. Ist diese weg, kommt der mexikanische Mezcal zum Zug. Was wir erst am nächsten Tag bemerken ist, dass man diese beiden Getränke auf keinen Fall miteinander mixen sollte. Na ja - was ist die Lehre aus dieser Geschichte? Zwei von Vieren geht es richtig mies und aus dem geplanten Fahrtag muss ein Ruhetag eingelegt werden. Ach - was haben wir doch für ein hartes Leben :-).

Auf Brüllaffentour im Shane‘s Baboon Camp (Belize)

Dadurch, dass Belize nur sehr dünn besiedelt ist, bietet es sehr viel Raum für Tiere und Natur. Genau das ist es auch, was uns an diesem kleinen Land so gut gefällt. Vor allem von den Brüllaffen sind wir so richtig fasziniert und so fahren wir auf einen Tipp hin zu „Shane‘s Baboon Camp“. Shane, der Besitzer, ist ein Rastafari wie er im Buche steht und bietet auf seinem Grundstück einer kleinen Brüllaffenfamilie eine sichere Heimat. Seit über 10 Jahren leben er und seine Frau im Einklang mit der Affenfamilie, bauen bei kritischen Baumsprungmanövern eine Hängeleiter für die Tiere und natürlich bekommen sie auch ab und zu eine Banane zugesteckt. Wie er aber gewiss betont, werden die Affen von ihm nicht angefüttert, sondern durch Kommunikation angelockt. Zusammen mit Claudia und David haben wir für den nächsten Tag eine geführte Dschungeltour gebucht. Völlig gerädert sind wir um 08.00 Uhr parat, diesmal ist es jedoch nicht wegen dem Rum, sondern wegen dem lauten Affengebrüll während der Nacht, welches uns um unseren wohlverdienten Schlaf gebracht hat. Aber das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, denn einmal mehr bekommen wir die einzigartigen Tiere hautnah zu sehen und können richtig tolle Bilder machen.

Belize Zoo - Ein Muss!

Tierisch geht es bei uns weiter, auch wenn wir uns zuvor leider noch von unseren Reisefreunden verabschieden müssen. Während Claudia und David nach „Caye Caulker“ schippern um zu Tauchen, statten wir dem Belize Zoo einen Besuch ab. Dieser Zoo ist aber kein Zoo im eigentlichen Sinne, sondern eine Auffangstation für misshandelte, ausgesetzte oder kranke Tiere, welche in der Wildnis nicht mehr überleben könnten. Grund genug, hier ein „Bsüechli“ abzustatten und auch mit dem Eintrittsgeld die Institution so in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Auch hat man hier die Gelegenheit Tiere zu Gesicht zu bekommen, welche man in freier Wildbahn kaum mehr sehen kann. So befinden sich im Zoo z.B. ein schwarzer Panther und zwei Jaguare. Aber auch sonst gibt es sehr viel heimische Tiere, die auf ein paar Streicheleinheiten warten. Wir verbringen Stunden in der Anlage und wenn die Sonne nicht so erbärmlich heruntergebrannt hätte, wären wir wahrscheinlich den ganzen Tag geblieben.

Strandtag am Placencia Caye (Belize)

Belize ist bekannt für seine vielen verschiedenen Cayes (kleine Inseln, teilweise auch unbewohnt) und das Belize Barrier Reef, welches für Taucher als Paradies gilt. Da wir weder tauchen noch schnorcheln, fahren wir zum einzigen mit Fahrzeug erreichbaren Caye, nach Placencia. In Belize ist nur die Hauptverbindungsachse asphaltiert, der Rest ist alles Piste. So brettern wir über feuerrote Erdstrassen durch menschenleeren und dichten Urwald via Dangriga nach Placencia. Hier quartieren wir uns im Mariposa Restaurant und Hotel ein. Dieses gehört einem kanadischen Ehepaar, welches ein Herz für Overlander hat und lässt diese auch gratis übernachten, wenn man einmal im Tag in ihrem Restaurant speist. Dafür darf man die ganze Hotelanlage nutzen, im Pool baden, in der grössten Badewanne der Welt schwimmen und in der Hängematte chillen. Ein richtig schöner Ort zum Entspannen, aber, wir haben ja keine Zeit, es muss weitergehen. So sagen wir bereits nach zwei Tagen Tschüss und fahren nach San Ignacio und somit auch zur Grenze nach Guatemala.

Ein kleines Fazit zu Belize

Obwohl wir nur 8 Tage in Belize waren, hat uns dieses kleine Land ausgesprochen gut gefallen. Die Menschen sind unglaublich herzlich und winken einem überall zu, die Natur und Tierwelt ist einfach grandios, es ist nur dünn besiedelt und es gibt weniger Topes (Bodenschwellen) als in Mexiko. Einziger Nachteil - Belize ist wirklich teuer, aber das soll kein Grund sein diesem Land nicht doch eine Chance zu geben.

Grenzübergang nach Guatemala

Nach 8 Tagen im englischsprachigen Belize, ist ab jetzt wieder Spanisch angesagt. Voller Vorfreude rollen wir nun auf die guatemaltekische Grenze zu, dem Land, worauf ich mich in Zentralamerika am Meisten freute. Auch hier läuft der Grenzübergang wieder völlig entspannt ab, der Zollbeamte kopiert für uns sogar die benötigten Papiere, kommt mit uns mit zum Bankschalter damit wir nicht in der langen Schlange anstehen müssen, um die Fahrzeugeinfuhrgebühr zu bezahlen. Nach nicht mal einer Stunde sind wir schon in Guatemala eingereist.

Unser erstes Ziel ist diesmal ausnahmsweise keine Maya-Stätte, sondern eine Autowaschanlage. Im Grenzort finden wir eine Anlage für LKW‘s mit Rampe und so gönnen wir unserem Mogli das komplette Verwöhnprogramm. Während 2,5 Stunden wird er von zwei Jungs auf Hochglanz gewaschen bzw. poliert, inklusive Chassis- und Motorenwäsche und das für umgerechnet CHF 12.00, einfach unglaublich.

Erkundungstour bei den Ruinen von Yaxha (Péten)

Aber wie jedes Mal, wenn wir unser Auto gewaschen haben, eine Stunde später sieht er schon wieder gleich aus wie vorher. Aber immerhin konnten wir diesmal den Unterboden vom Salz befreien, das schon eine Weile am Chassis klebt. Nun gut, unser nächstes Ziel sind tatsächlich wieder Ruinen, diesmal geht es zu der nur wenig besuchten Maya-Stätte Yaxha, welche über eine Piste erreichbar ist. Und weil wir ja gerade unser Auto gewaschen haben und es anschliessend zu Regnen beginnt, sieht unser Mogli nach 45 Minuten schon wieder aus wie eh und je, von oben bis unten dreckig. Na ja - schliesslich ist das ja auch unser Markenzeichen :-).

Weil heute alles so gut gelaufen ist und wir voller Tatendrang stecken, laufen wir am Abend doch noch die komplette Ruine ab. Über Stufen geht es die teils noch unausgegrabenen Pyramiden hoch und wieder runter, die Aussichten sind jeweils fantastisch, trotz des trüben Wetters. Nur der Sonnenuntergang, welcher als Highlight dieses ehemaligen Maya-Stadtstaates gilt, fällt heute definitiv ins Wasser. Dafür dürfen wir am Yaxha-See, neben dem kleinen Museum, die Nacht verbringen.

Tikal - Guatemalas Vorzeige Maya-Stätte! (Péten)

Mittlerweile haben wir schon so viele Maya-Stätten angeschaut, aber Tikal stand bei uns auf jeden Fall als grosses MUSS auf unserer „Maya to do Liste“. Wenn man erst nach 15.00 Uhr in die Anlage fährt, darf man das Eintrittsticket auch noch am nächsten Tag benutzen. Somit hat man die Möglichkeit, die Ruinen am Abend anzuschauen und dieses riesige Areal fast für sich alleine zu geniessen. Tikal befindet sich, ähnlich wie Palenque in Mexiko, mitten im Urwald und so ist für eine mystische Stimmung gesorgt. Wenn dann noch die Brüllaffen mit ihrem lauten Organ loslegen und die Kletteraffen ihre akrobatischen Vorführungen zeigen, dann passt das schon alles sehr gut zusammen. Wir spazieren am Abend während 2 Stunden durch die Anlage und dann am nächsten Morgen nochmals drei weitere, aber selbst nach 5 Stunden haben wir noch immer nicht alles gesehen.

Wiedersehen mit den „Hägars“ auf der Finca Ixobel (Péten)

Bevor wir uns auf den Weg Richtung Rio Dulce begeben, legen wir auf der bekannten Finca Ixobel einen kleinen Stopp ein. Diese Finca gilt als DER Overlander-Treffpunkt Mittelamerikas und nicht wenige sind da schon einiges länger hängen geblieben als geplant. Wir freuen uns auch sehr darauf, werden wir uns doch hier wieder mit Claudia und David treffen. Wieder einmal mehr verbringen wir einen tollen Abend zusammen und beschliessen, ab jetzt zusammen durch Guatemala zu reisen.

Bootstour auf dem Rio Dulce nach Livingston (Izabal)

Die Ortschaft Rio Dulce ist bekannt für seine Bootstouren nach Livingston, einem kleinen Ort an der karibischen Küste, welches nur auf dem Wasserweg erreichbar ist. Berühmt ist der Rio Dulce aber auch bei den Seglern, da er aufgrund seiner hurricanegeschützten Lage als Sommerquartier für viele Weltumsegler dient. Wir haben kein Segelboot, dafür chartern wir uns ein Motorboot mit Guide um nach Livingston zu gelangen. Der Ort selber ist jetzt nicht so ein Hingucker, aber die lockere Atmosphäre, die Rastafaris und ihre Reggae Musik lassen uns so doch einen gemütlichen Nachmittag im kleinen Städtchen verbringen.

Ein kleines Paradies bei den heissen Wasserfällen von „Aguas Calientes“ (Izabal)

Von Rio Dulce fahren wir weiter auf der „7E“ zur Finca el Paraiso, wo sich ein ganz besonderes Schauspiel versteckt. Mitten im Urwald gibt es einen Wasserfall, welcher 75 Grad heisses Wasser in eine grünlich schimmernde Lagune fliessen lässt. In der Lagune kann man herrlich baden und kneipen, denn ab und zu gibt es eiskalte Strömungen und dann wird es wieder richtig heiss, je nach Lage.

Da wir gleich bei der Finca übernachtet haben, sind wir so am nächsten Morgen auch die ersten Besucher und haben dieses Idyll ganz für uns alleine. Vorbei ist der Zauber, als eine junge Backpacker-Gruppe anreist, mit Kühlboxen und Bier ausgestattet und das schon am Morgen. So sind wir einmal mehr unserem Motto getreu und machen uns auf und nichtswieweg.

Auf Rüttelpisten fahren wir zum Naturwunder von „Semuc Champey“ (Alta Verapaz)

Der Besuch von Semuc Champey gehört wahrscheinlich auch auf die Liste eines jeden Guatemala-Reisenden. Dieses Naturwunder, eine natürliche Kalkbrücke, welche vom Río Cahabón unterspühlt wurde und sich so sechs Sinterterrassen gebildet haben, muss man sich aber verdienen. Um dahin zu gelangen, wählen wir die Piste quer durchs Landesinnere. Die Landschaft ist grandios, üppig grün gespickt und immer wieder fahren wir an kleine Bergdörfern vorbei. Die Menschen winken uns zu und freuen sich über die wenigen Touristen, die es hier in diese Region verschlägt. Nach rund 8 Stunden (mit kleinen Päuschen) und nur 130km weiter, erreichen wir den Eingang zu Semuc Champey. Eigentlich wollten wir auf dem Parkplatz beim Parkeingang übernachten. Aber hier werden wir von so vielen Menschen belagert die alle gleichzeitig auf uns einreden und uns etwas verkaufen wollen, dass wir den Rückzug antreten. Wir sind so müde von der langen Fahrt und möchten einfach nur etwas Ruhe haben. So fragen wir beim nahe gelegenen Hostal „El Portal“ nach, ob wir wohl auf ihrem Parkplatz übernachten dürften. Kein Problem, ist wie immer die Antwort und obwohl wir fast etwas zu gross für den kleinen Parkplatz sind, können wir uns doch noch unter die Kakaostauden quetschen. Uff - sind wir froh über diese ruhige Oase.

Am nächsten Morgen können wir dann gleich zu Fuss vom Hostal zu den Wasserbecken laufen und geniessen ein herrliches Bad, wieder einmal mehr nur wir Vier, in diesem Naturwunder.

Besuch des farbenprächtigsten Marktes Zentralamerikas in Chichicastenango (El Quiché)

Wir haben unsere Route genau so festgelegt, dass wir es am Sonntag zum Markt nach Chichicastenango schaffen. Dieser gilt als einer der schönsten und farbenprächtigsten Märkte Mittelamerikas und so war für uns Mädels natürlich klar, dass wir da hin müssen. Wir erreichen den kleinen Ort bereits am Samstag und finden beim Hotel „Apple Inn“ einen Parkplatz, wo man uns übernachten lässt. Von hier aus sind es nur drei Blocks bis zum Markt. Claudia und ich sind schon ganz aufgeregt und freuen uns riesig auf die Shoppingtour. Schon am frühen Morgen stürzen wir uns bereits in Getümmel und können uns ab der vielen Farben und dem riesigen Angebot gar nicht satt sehen. Schnell wird das Portemonnaie gezückt und es wird gehandelt was das Zeug hält. Aber einkaufen ist auch anstrengend und nach ein paar Stunden treffen wir todmüde im Restaurant ein, wo unsere Männer bereits auf uns warten. Nun gehen wir zusammen nochmals auf den Markt aber man merkt schnell, einkaufen ist definitiv Frauensache.

Montagsmarkt in Zunil und ein Besuch beim heiligen San Simón (Quetzaltenango)

Da wir nun vollends in Shoppinglaune sind, fahren wir gleich anschliessend von Chichicastenango nach Zunil. Denn hier findet am Montag ebenfalls ein Markt statt, welcher aber nicht so touristisch sein soll wie der in Chichi, sondern vorwiegend nur von Einheimischen besucht wird. Da es im Ort keine gute Übernachtungsmöglichkeit gibt, fahren wir zu den nahe gelegenen, heissen Quellen der Fuentes Georginas. Stunden verbringen wir im heissen Wasser und erholen uns von unserem Einkaufsmarathon, damit wir fit sind für den nächsten Tag.

In Zunil angekommen, ziehen Claudia und ich wieder alleine los. David und Roger bewachen unsere Autos und freuen sich auf einen Jasstag. Derweilen stürzen wir Shopping-Queens uns wieder unter die Menschenmassen. Der Markt explodiert fast von Farben, so etwas habe ich noch nie gesehen. Ab und zu wird es einem beinahe „trümmelig“ von den verschiedenen Kombinationen. Aber es ist einfach herrlich, dem ganzen Gewusel zuzuschauen und auch mal die einzigen Touristen zu sein. Ich finde auch meinen „Traumstoff“ und kaufe gerade 8m, denn wir möchten uns in Guatemala neue Sitzbezüge für die Fahrersitze nähen lassen. Tja - unser Mogli wird jetzt ein richtiger Guatemalteke.

Als wir zurückkommen, sind David und Roger richtig enttäuscht. Was - ihr seid schon fertig? Sie haben es sich oberhalb einer Müllhalde richtig gemütlich gemacht. Der Tisch wurde feierlich gedeckt und das Jassset ausgebreitet. Aber ein bisschen Zeit haben sie noch, denn ich möchte unbedingt noch San Simón einen Besuch abstatten, Claudia begleitet mich. San Simón ist in Guatemala eine richtige Kuriosität und viele Gläubige kommen von weit her, um ihm Opfergaben zu bringen und sich so von ihren Sorgen befreien zu lassen oder um ihre Wünsche anzubringen. Angeblich soll in Zunil der Schönste von allen sein. Aber einfach aufzustöbern ist er nicht, wir fragen uns im Dorf durch und als wir schon fast aufgeben möchten, finden wir doch noch den kleinen Eingang in einem simplen Haus. Wenn man hierher kommt, muss man ihm natürlich auch etwas mitbringen, Schnaps mag er übrigens am Liebsten. Nachdem wir unsere Opfergaben abgegeben und ihm unsere Wünsche mitgeteilt haben, marschieren wir wieder zurück, wo unsere Männer bereits auf uns warten.

Erholung am Lago de Atitlán (Sololá)

Nun sind wir an dem See angelangt, welcher zu Recht als einer der schönsten der Welt gilt, dem Lago de Atitlán. Die Sicht von unserem Platz aus auf die drei Vulkane ist einfach wunderschön. Obwohl wir in Guatemala mit sonnigem Wetter nicht oft verwöhnt wurden, so zeigte sich uns der See am letzten Tag doch noch von seiner Schokoladenseite. Drei Tage verbringen wir an diesem herrlichen Platz, bevor es weiter nach Antigua geht!

Abschied in Antigua Guatemala (Sacatepéquez)

Bis jetzt haben wir noch niemanden getroffen, welcher nicht vollkommen begeistert war von der Kolonialstadt Antigua. Jeder schwärmt in den höchsten Tönen, so auch wir. Die Lage mit Blick auf die verschiedenen Vulkane, die buntbemalten Häuser, die kopfsteingepflasterten Strassen und die trendigen Restaurants, hier kann man es für ein paar Tage aushalten. Auch wir bleiben drei Tage hier, quartieren uns auf dem Parkplatz bei der Touristenpolizei ein, welche sich sehr zentral in der Stadt befindet. Mit uns teilen sich noch 5 weitere Reisemobile den Platz. Leider heisst es in Antigua auch Abschied nehmen von unseren Reisefreunden Claudia und David. Ein letztes Mal gehen wir zusammen essen und finden in der Stadt sogar noch ein Schweizer Restaurant, wenn das nicht passt. Wir hatten eine super schöne Zeit zusammen und werden die Beiden richtig vermissen. Aber wir hoffen natürlich ganz fest auf ein Wiedersehen in Costa Rica. Gute Reise euch Beiden und ganz viel Spass mit eurem Besuch!

Gastfreundschaft der Superlative im Cabaña Suiza (Guatemala City)!

Wenn man nach 1,5 Jahren das erste Mal wieder ein „Schweizer Plättli“ mit Käse, Aufschnitt, frischen „Gipfeli“ und knusprigem Brot aufgetischt bekommt, dann könnte man den Koch einfach nur abknutschen. Das muss man unserem Blick angesehen haben, denn nach dem grandiosen Frühstück spendieren uns die Besitzer gleich noch eine Rösti, auf Kosten des Hauses. Wir sind so „vollgefressen“, dass wir uns fast nicht mehr bewegen können. Die Familie Senn lebt schon in dritter Generation in Guatemala und zelebriert eine Gastfreundschaft, die kaum mehr zu überbieten ist. Während dem ich diesen Reisebericht schreibe klopft es an unsere Türe und ein Security-Mitarbeiter bringt uns einen riesigen Korb voll mit frischem Gemüse vorbei, soviel, dass wir nicht mal mehr Platz in unserem Kühlschrank haben, eine Aufmerksamkeit des Hauses.

Als wir beim Abendessen sind, schaut Elisabeth bei uns vorbei und legt uns zwei „Schutzengeli-Anhänger“ auf den Tisch, das soll uns Glück bringen. Wir wissen gar nicht recht, wie wir uns bedanken sollen. Und damit auch unserem Mogli nichts passiert, schauen zwei Bernhardiner-Hunde nach dem Rechten.

Für uns ist dies hier der perfekte Abschluss einer erlebnisreichen Reise durch Guatemala und einen Ort, an den wir immer sehr gerne zurückdenken werden. Vielen Dank an das ganze Team der Cabaña Suiza für den schönen Aufenthalt!

Ein kleines Fazit zu Guatemala!

Guatemala war für uns die Überraschung. Wenn man so die Reisehinweise beim Auswärtigen Amt liest, weiss man gar nicht so recht, was einem jetzt hier erwarten wird. Wir haben während unserer, wenn auch leider nur kurzen Zeit, durchwegs nur positive Erfahrungen gemacht. Die Bevölkerung ist einmal mehr sehr herzlich und was uns extrem erstaunte, sehr offen gegenüber Touristen. Da Guatemala eines der traditionellsten Länder Zentralamerikas ist, waren wir über die Offenheit, auch der indigenen Leute, mehr als überrascht. Oft wurden wir auf unseren Duro angesprochen und man hat uns Fragen gestellt, ganz anders als die eher zurückhaltenden Mexikaner. Polizei und Militärkontrollen sahen wir, ausser in Antigua und Guatemala City, nur sehr wenig bis fast gar nicht. Vielleicht auch deshalb, weil wir fast alles nur auf Nebenstrecken gefahren sind.

Kontrolliert wurden wir nie, es wurde immer nur freundlich den Daumen nach oben gestreckt.

Da wir in Guatemala auf einer kleinen Gourmetreise waren und Moglis Küche langsam Staub ansetzte, gehört dieses Land nebst den USA auch zur Kategorie, wo wir mehr Geld für die Verpflegung als für den Fahrzeugunterhalt ausgegeben haben.