Weltreise | Auf Safari in Namibia | Reisen Team Pajarito

nichtswieweg... vier Abenteurer unterwegs

Auf Safari in Namibia
Reisebericht vom 07.06.2011 bis 27.06.2011, Namibia
Highlights: Namib-Naukluft NP, Khomas Hochland, Windhoek, Walvis Bay, Swakopmund, Welwitschia Trail, Spitzkoppe, Cape Cross, Messum Krater, Kamanjab, Etosha NP

Hinter uns liegt eine der wohl faszinierendsten Landschaften der Erde: Die Dünen von Sossusvlei. Mit dem Wunsch nach einer Verschnaufpause finden wir auf dem Weg nach Norden ein wunderschönes wildes Camp inmitten afrikanischer Savannenlandschaft. Hier bekommt man den Kopf frei und bald sind wir wieder bereit für neue Eindrücke.

Auf unseren Reisen haben wir gelernt, dass auch die schönste Landschaft und das beste Erlebnis nur dann wirklich langfristig Eindruck hinterlässt, wenn man ab und zu eine "Reisepause" einlegt.

Wildes Camp im Namib-Naukluft NP Wildes Camp im Namib-Naukluft NP

Die viele Zeit zum Nachdenken kann aber auch mal aufs Budget schlagen, denn Martin hat viel mit Nesito vor. So wird Windhoek der Ort, an dem gleich alle Ideen auf einmal umgesetzt werden und Nesito bekommt eine massgefertigte Dachkiste, ein zusätzliches Ersatzrad, neue Polster (das ist allerdings auf Andreas Mist gewachsen) und noch ein paar andere, wie Martin meint, "unverzichtbare Gadgets"…

Montage Dachkiste in Windhoek Camp im Backpacker in Windhoek

In der Zwischenzeit hat uns der Winter auch in Namibias Hauptstadt eingeholt. Auf dem Weg nach Windhoek sind wir beim Spreetshoogte Pass gar in einen Schneesturm geraten und mittlerweile heilfroh, zu Hause beim Landyausbau an eine Standheizung gedacht zu haben.

An der Küste soll’s wärmer sein, also: Nichtswie… dahin! 

"Sind wir in Saudi-Arabien?", fragt Andrea, als wir uns plötzlich in einer trostlosen Wüstenlandschaft wieder finden. In Swakopmund, der wohl "deutschesten" Stadt Namibias wollen wir ein paar Tage verbringen. Da es heute Sonntag ist, erinnert die Küstenstadt Swakopmund aber eher an ein Nest im Wilden Westen, als an ein schmuckes, deutsches Städtchen.

Umgebung von Swakopmund Swakopmund

Etwas ausserhalb hat Manfred, ein deutscher Auswanderer aus der Dürre der Wüste eine kleine, grüne Oase geschaffen, wo es sich herrlich ein paar Tage aushalten lässt. Er ist zweifellos eines der guten Beispiele von "Goodbye Deutschland", die Sendung, die uns zu Hause weismachen will, dass Auswandern nie klappt. Er und seine Frau scheinen jedenfalls die richtige Einstellung zu haben, die man für ein Leben in einem afrikanischen Land braucht.

Nach entspannten Tagen und einer ausgiebigen "Wildfleischdegustation" aus Manfreds Jagdbeute geht es weiter auf den Welwitschia Trail. Dieser fuehrt uns aus "saudi-arabischer" Wüste in eine skurrile Mondlandschaft und über Rüttelpisten zu einem schönen Camp am Swakop-River. Die nach nicht viel aussehende, am Boden kauernde Welwitschia Pflanze, die hier in der Dürre ihr Dasein fristet, gehört zu den ältesten Pflanzenarten der Welt und wächst pro Jahr gerade mal einen Millimeter.

Welwitschia Camp auf dem Welwitschia Trail

Von hier aus geht’s ins südliche Damaraland und somit in den "schwarzen" Teil Namibias. Die Damaras, eines der Urvölker Namibias, leben in diesem Teil des Landes ein meist sehr einfaches Leben in schiefen Holz- oder löchrigen Wellblechhütten. Es wird uns schnell bewusst, dass wir uns hier in einem ganz anderen Teil Namibias befinden. Die Leute fragen uns an jeder Pistenkreuzung nach Wasser und Maismehl und versuchen, ein paar Halbedelsteine aus den längst stillgelegten Minen in der Umgebung an vorbeifahrende Touristen zu verkaufen. 

Bei Spitzkoppe, einer sehr schönen Felslandschaft, verbringen wir auf einem Camp, das von den Einheimischen verwaltet wird, einige ruhige Tage und lernen die Damaras ein wenig kennen.

Damarland Spitzkoppe

Querfeldein geht es nun wieder an die Küste und wir besuchen in Cape Cross eine Robbenkolonie. Etwa 100'000 dieser ulkigen Tiere leben hier, schnarchen, schnauben, raufen und räkeln sich in der Sonne. Dabei verbreiten sie eine ziemlich beeindruckende Duftwolke, die uns noch am nächsten Tag in den Haaren klebt.

Robbenkolonie bei Cape Cross

Kurz nach der Robbenkolonie verlassen wir die offizielle Strasse und rattern für die nächsten zwei Tage über Stock und Stein durch den Messum Krater. Abends finden wir ein Plätzchen auf einer Anhöhe. Die grasbedeckten Hügel um uns herum funkeln silbern in der Vollmondnacht, ein traumhaftes Erlebnis!

Sonst für Namibia unüblich, gibt es im Damaraland kaum Zäune und so wird uns das Campen in der Wildnis ziemlich leicht gemacht. Wir staunen aber doch, als am Ende jedes noch so einsamen und ruppigen Strässchens ein kleines Dorf der Damaras zum Vorschein kommt und sich die Fussspuren für viele Kilometer entfernt der letzten Siedlung hinziehen. Hier legt man lange Entfernungen zu Fuss zurück und wer eine Eselkarre besitzt, gehört zu den gut-betuchten.

Vor uns liegt nun das grösste Highlight Namibias: Der Etosha Nationalpark und damit Afrikas beeindruckende Tierwelt. Wir haben hier ausnahmsweise einmal vorgebucht und darum noch einige Tage "Spatzig" bis zur grossen Safari.

In Kamanjab, einem kleinen Dorf vor dem Park, haben die beiden Belgier Vital und Marian ein Restcamp (Oppi-Koppi) aufgebaut, das sich seit Kurzem zu einem echten "Overlander-Treff" gemausert hat. Wim, der zusammen mit Marian und Vital den Laden managt, heisst uns herzlich willkommen und nach kurzer Zeit wird Oppi-Koppi ein echtes "Home away from home" fuer uns. 

Wir lernen Roos und Michel kennen, die seit 3 Jahren in Afirka unterwegs sind, die fünfköpfige, französische Familie Chamaco, die über die Ostroute aus Europa hierher gefunden hat und nach ein paar Tagen trudeln dann noch "alte Bekannte" ein. Veronique und Bruno aus Frankreich und Nora und Tobi aus Neuseeland. Die Tage vergehen wie im Flug und wir freuen uns sehr über die neu gewonnenen Freundschaften. Danke Oppi-Koppi, wir kommen definitiv wieder!

Oppi Koppi - Overlander Camp Oppi Koppi - Overlander Camp

Die Kameras sind geladen, das Fernglas geputzt, es kann losgehen mit der Safari! Auf dem Weg zum Etosha Nationalpark möchten wir so nah wie möglich am Parkgate übernachten und finden ein Plätzchen unweit der Strasse. Kurz vor Sonnenuntergang kommt uns ein Pick-Up mit fünf grimmig dreinschauenden Gestalten entgegen, die wissen wollen, was wir hier machen. Wir erklären uns und die Stimmung schlägt sofort um. "Achso! Ihr seid natürlich herzlich willkommen. Wenn ihr ein Feuer machen wollt, schicke ich euch gerne jemanden, der das für euch macht!". Das wäre jetzt aber wirklich zu viel des Guten. Verblüfft bedanken wir uns und es dämmert uns langsam, dass wir zwei Eierköpfe unser wildes Camp auf einer Jagdfarm aufgeschlagen haben…

Im Etosha Nationalpark angekommen, wird uns einmal mehr bewusst, dass Afrika einfach ein absolut toller Reisekontinent ist. Für fünf Tage gehen wir auf Pirsch und verbringen gemütliche Abende auf den Camps und am Wasserloch zusammen mit Nora, Tobi, Veronique und Bruno. Morgens springen uns Löwen und Nashörner vor die Linse, nachmittags dürfen wir eine Elefantenfamilie zum Wasserloch begleiten und die Giraffen kommen ganz nah ran. Antilopen und Zebras sind überall zu sehn, es ist einfach ein Traum!

Loewe im Etosha Elefanten im Etosha

Diese tollen Tiererlebnisse sind schwierig zu beschreiben, darum verlieren wir besser gar keine Worte mehr darüber… Ausser: AWIMBAWE, AWIMBAWE… IN THE JUNGLE… THE MIGHTY JUNGLE… :-)